Bildquelle: Matthew Beaford (www.unsplash.com)

Was ist dran an den Glaubenssätzen?                                                 Welchen Einfluss haben sie aktuell?

Teil 2:

 

„Ich bin nicht liebenswert“, „Ich kann das einfach nicht“, „Ich brauche immer länger als die anderen“, „Ich bin einfach kompliziert“…

Du erinnerst Dich?

 

So hat die Story letzte Woche begonnen und hat uns im ersten Teil der Reise durch die Vergangenheit geführt. Tief zu den Wurzeln dieser doch so mächtigen Sätze. In Teil 1 sind wir dem: „Wie entstehen sie?“, auf die Spur gegangen.

 

Lass uns doch heute den Rucksack packen und uns auf den Weg machen, die Frage nach dem:

 

„Was haben sie denn aktuell für einen Einfluss auf mein Leben und wieso eigentlich?“

 

zu ergründen.

 

Wie ich die Welt wahrnehme

 

Die Wahrnehmung unserer Umwelt ist wie wir im ersten Teil erfahren haben, nicht mehr rein objektiv und geschieht auch nicht mehr auf einem unbeschriebenen Blatt. Das, was wir erst einmal rein sensorisch über unsere Sinneskanäle aufnehmen, wird anschließend durch den Filter der Glaubenssätze geschleust. Sie bestimmen unsere Wahrnehmung sehr stark, entscheiden, was „für wahr genommen“ wird und be-einflussen damit maßgeblich, wie wir unsere innere Realität erschaffen.

Das bedeutet, dass ein Glaubenssatz, der bekräftigt, dass ich „eh‘ nicht intelligent genug sei“, dazu führt, dass ich Informationen, die konform mit dieser Hypothese sind, viel stärker in den Fokus nehme (nach dem Sozialpsychologen Robert Cialdini: Konformitätsprinzip). Habe ich mir einmal einen Glaubensrahmen geschaffen, werde ich auch immer wieder Beweise dafür finden, dass er der Wahrheit entspricht. Ich werde ihn verteidigen und Informationen, die nicht ins Bild passen, diffus bis gar nicht wahrnehmen oder alternative Erklärungsmuster heranziehen, so dass bloß mein Bild nicht zerstört wird.

 

Wie meine Erwartungen mein Verhalten beeinflussen

 

Wie wir da so schön durch die Welt laufen, mit unserem subjektiven Bild davon, wie die Welt funktioniert und davon, welche Rolle wir in diesem Film spielen, sind wir uns häufig gar nicht darüber im Klaren, welchen Einfluss diese von uns selbst ge­schrieb­ene oder von uns akzeptierte Rolle auf unser Verhalten hat.

 

Wie im Theater: ich habe diese Rolle ausgewählt oder sie wurde mir übergestülpt und nun spiele ich sie. Ich agiere und handle entsprechend der Regieanweisungen.

 

Naja, vielleicht nicht ganz so drastisch. Aber nehmen wir einmal den Fall der Erwartung, dass ich „die schüchterne Kleine sei, die nicht gerne im Mittelpunkt stehe“. Die nächste Präsentation steht an. Ich soll vor der gesamten Abteilung die Projektergebnisse vorstellen.

„Ahhhhh…..das kann ich bestimmt nicht! Mit Sicherheit werde ich mich verhaspeln. Bestimmt weiß ich nicht, wohin mit meinen Händen. Am Ende wird es ganz sicher eine Katastrophe und alle werden sehen, dass ich nichts kann.“

 

Jep.

 

Nicht so unwahrscheinlich, dass dieses Mind-Set und das Hineinsteigern in diese Gedanken dazu führen, dass ich mich entweder der Situation gar nicht erst stellen werde oder dass ich so gehemmt bin, dass ich das Talent und das Wissen, über das ich verfüge, nicht abrufen kann. 

 

Wie aus Glaubenssätzen selbsterfüllende Prophezeiungen werden

 

„Siehst Du? Ich hab’s ja gesagt! Ich kann so etwas nicht….“

Schon sind wir drin, in den selbsterfüllenden Prophezeiungen. Das Scheitern in der entsprechenden Situation führt dazu, dass wir uns in „unserer Realität“ bestätigt sehen.

Diese erneute Bestätigung führt im Endeffekt nur dazu, dass sich der Glaubenssatz weiter festigt.

Und auf geht’s in die nächste Runde des Teufelskreises…

Der Glaubenssatz kreiert neue Erwartungen, die Erwartungen beeinflussen unser Handeln (oder auch unser nicht Handeln), die Resultate unserer Handlungen zahlen erneut auf das Konto der negativen Glaubenssätze ein und schwups… nächste Runde!!

Du siehst, der Zirkel hat sich verselbstständigt – und besonders bei solchen Glaubens­sätzen, die ihren Ursprung weit in der Vergangenheit haben, sind schon etliche Runden in dieser Arena gedreht worden.

Die Spuren sind schon ausgelatscht.

In unserer Metapher genauso wie in unserem neuronalen Netzwerk.

Deshalb ist es auch nur umso verständlicher, dass automatisch, ohne sich groß Fragen zu stellen, dieser Prozess beginnt und unser Leben sehr stark beeinflusst.

 

 

….oder wollen wir lieber sagen „beeinflussen KANN“?                                                                                                                                                                               Denn wir müssen dem nicht folgen, wir können den Loop verlassen und eigene Geschichten schreiben.                                                                                                                                                            Lass uns den letzten Schritt der Reise nächste Woche unternehmen und uns dem „Aussteigen“ widmen!

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