Ausgesprochen                                                                                                       MIteinander Konflikte LÖsen.  

Vor zwei Wochen haben Sie mich auf der Suche nach einem Song in meiner Auseinandersetzung mit einem „Radio“ begleitet – die Konfliktvermeidung.

Nun würde ich Sie gerne einladen, mit mir die Möglichkeiten einer Konfliktlösung auf der persönlichen Ebene - ohne Vermittlung Dritter - zu beleuchten.

Lassen Sie uns anhand von 4 Adjektiven die Route skizzieren.

harmonisch?

Soll Zusammenarbeit in einem Team nicht immer harmonisch sein? Sind wir nicht dann ein richtig gutes Team, wenn es bei uns keinen Streit gibt und wenn wir Konflikte bereits weit im Voraus antizipieren und präventiv vermeiden?

Ja und nein! Denn die Annahme, dass es menschliche Zusammenarbeit ohne Differenzen gäbe, ist ein Mythos. Jeder einzelne von uns hat seine eigene Persönlichkeit, unterschiedliche Wertvorstellungen, andere Bedürfnisse, Ziele und Wünsche. Auch Arbeitsrhythmen und Kommunikationsverhalten sind unterschiedlich. Sich auszumalen, dass man immer „d’accord“ miteinander wäre, ist schlichtweg ein schönes aber leider nicht reales Paradies. Deshalb gilt es in einem ersten Schritt, eine Akzeptanz dafür zu entwickeln, dass Konflikte auftreten können und dass sie etwas völlig normales sind. Haben Sie schon einmal versucht, ein Problem zu lösen, dass es „angeblich“ gar nicht gibt? – Schwierig!

Seien wir doch mal mutig und nennen das Kind beim Namen. Denn erst wenn ein Konflikt auch als solcher bezeichnet wird, ist es möglich, daran zu arbeiten.

kontrolliert?

Muss ich als Erwachsener nicht immer kontrolliert, ausgeglichen und sachlich sein? Auch dieses Adjektiv halte ich aus meiner Erfahrung in der Arbeit mit Konflikten für einen als „nobel“ getarnten Fallstrick. Wenn ein gescheitertes Projekt, eine „nicht eingehaltene“ Absprache durch einen Kollegen oder ein abwertender Kommentar über meine Leistung, mich nicht berührt und lediglich Gleichgültigkeit in mir hervorruft, dann frage ich mich, ob das Projekt tatsächlich für mich von Bedeutung war, ob ich mit dem Kollegen wirklich zusammenarbeiten wollte oder was ich selbst von meinen Leistungen halte.

Kurzum, den eigenen Emotionen Raum zu geben, sie wahrzunehmen ohne sie gleich zu bewerten, abzuwerten und zu negieren, kann uns ein wichtiger Indikator sein. Sie liefern uns Antworten auf das:

  • „Was hat mich in der Situation so verletzt/so sauer gemacht/so verärgert?“
  • „Welches meiner Bedürfnisse ist in dieser Situation nicht erfüllt worden?“

(siehe auch: Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg).

Daher ist es nicht unbedingt ein zielführender Anspruch an sich selbst, bei Konflikten „kontrolliert“ zu sein. Ein wenig Abstand (zeitlich wie räumlich) zu der Situation hilft uns jedoch, einen Überblick über die stattfindende Dynamik zu verschaffen und geleitet von unseren Emotionen in einen Selbstreflexionsprozess einzusteigen.

 

ehrlich?

Haben wir die Situation und das Interaktionsmuster für uns ein wenig klarer, ist Schritt Nummer 3 an der Reihe: in den Kontakt mit dem Gegenüber gehen. Es geht um das erste „ausgesprochen“ und zwar um das Aussprechen der eigenen Sichtweise. „Sie haben mir die Berichte zu spät geliefert, deshalb konnte ich nicht…“ - nicht ganz, wie ich mir die Aussprache vorstelle.

Kennen Sie den Moment, indem die Schuldfrage in den Raum geworfen wird und damit jeglichen offenen Kontakt blockiert? Die Schuldfrage ist ein dominantes Werkzeug, welches - einmal im Raum - Worte und Emotionen kontrolliert und eine Konfliktlösung an die Wand fährt. Schauen wir’s uns einmal an: Wenn ich mit der Schuldfrage nach Schuld frage, heißt das, es gibt einen Schuldigen. Rein in die Komplementärrollen: Wo es einen Schuldigen gibt, gibt es auch ein Opfer. Wunderbar – die absolute Lieblingsrolle im Konflikt! Denn wenn ich Opfer bin, dann bin ich der Gewinner der Moralfrage. Ich verhalte mich korrekt und bin lediglich reagierender Part in diesem Duell. „Ich habe xy gemacht, WEIL Sie vorher yz gemacht haben. Also legitimiert Ihre falsche Tat mein Verhalten. Und wenn Sie verantwortlich für mein Verhalten sind, dann kann ich auch zu unfairen Aktionen greifen.“ Dies könnten wir noch beliebig weiter vertiefen, denn dieser Verantwortungstransfer in den Komplementärrollen ist ein großer Motor in der Eskalation von Konflikten.

Deshalb geht es in Schritt 3, beim Aussprechen tatsächlich um eine ehrliche Darstellung der eigenen Perspektive, der eigenen Anteile, Bedürfnisse UND Gefühle in der Ich-Form.

Um mein Verhalten losgelöst von dem Verhalten des anderen.

Mein Verhalten als Aktion nicht als Reaktion.

Ehrlich.

interessiert?

Will ich wirklich wissen, was der andere denkt? Bin ich wirklich daran interessiert, zu wissen, wie die Welt von seiner Seite aussieht?

Ich würde die Frage gerne einen Moment wirken lassen…

Denn ich habe häufig feststellen dürfen, dass diese Stelle ebenfalls eine Sollbruchstelle im Konflikt darstellt. Vorschnell werden die oben gestellten Fragen mit „ja“ beantwortet, aber die innere Haltung ist eine andere. Eigentlich besteht lediglich der Wunsch nach der Bestätigung der Richtigkeit der eigenen Position.

Wenn allerdings beide Parteien diesen Wunsch hegen, brauchen wir nur eins und eins zusammenzählen und wir wissen, dass diese Gleichung nicht aufgeht.

Deshalb ist in Schritt Nummer 4 ein wahres Interesse am Gegenüber und seiner Sichtweise gefragt.

Fragen.

Fragen.

Fragen.

Noch mehr Fragen.

Zuhören.

Nicht bewerten.

Verständnis absichern.

Dies lädt ein zur Ehrlichkeit auf der anderen Seite – Bedürfnisse, Verletzungen, Emotionen – der Mensch hinter den Aktionen wird sichtbar.

Denn wenn ich keine Angst vor einer neuen Abwertung haben brauche, kann ich auch darlegen, wie es mir wirklich geht und was ich für Befürchtungen habe.
Meist ist dies der Moment, in dem man sich gegenseitig wieder wahrnimmt und vielleicht sogar versteht, warum der andere gehandelt hat, wie er gehandelt hat. Oft empfindet man dann das Verhalten als solches noch nicht positiv, aber ein Verständnis für das: „Warum haben Sie das gemacht?“ reicht häufig, die Brücke zu sehen und die Bereitschaft zu fühlen, in Richtung Lösungen und Kompromisse zu denken.

 

Also vielleicht zur Abwechslung mal weder harmonisch noch kontrolliert, sondern ehrlich und interessiert?

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