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durch Wertschätzung motivieren

Die Art und Weise bestimmt den Effekt.

 

„Ich kann doch nicht für jedes kleine Detail loben!“

„Nicht kritisiert ist doch schon gelobt.“

„Jetzt habe ich einen aufwändigen Teamtag organisiert und trotzdem sind noch so viele Mitarbeiter im Team in ihrer Meckerstimmung – was soll ich denn noch alles machen?“

„Ich kann mit den ganzen Kürzungen eben keine Boni mehr auszahlen, das wird sich mit Sicherheit extrem auf die Motivation der Mitarbeiter auswirken…“

 

Einen der obenstehenden Sätze schon einmal gesagt?

Oder gedacht?

 

Motivation im Rahmen der Führung ist kein einfacher Job – mit Sicherheit nicht.

Aber es ist einer der zentralsten Themen mit einem großen Hebel, wenn es um die Steigerung der Arbeitsleistung und um die Stimmung im Team geht.

Wertschätzung von Seiten der Führungskraft und der Organisation können Mitarbeiter sehr stark motivieren.

 

Allerdings ist Wertschätzung nicht gleich Wertschätzung.

Lassen Sie uns das einmal näher betrachten:

  • was erzeugt Wertschätzung?
  • für wen?

 

Formen der Wertschätzung

Wenn wir die Frage danach stellen, was Menschen als wertschätzend erleben, können wir 5 unterschiedliche Formen der Wertschätzung differenzieren (Gary Chapman).

 

  • Welche Arten, Ihre Mitarbeiter wertzuschätzen, fallen Ihnen spontan ein? -

 

„Das haben Sie super gemacht! Ich bin wirklich zufrieden mit dem Ergebnis des Projekts. Besonders der Aspekt der Produktdarstellung ist Ihnen ausgezeichnet gelungen!“

Genau - allen voran steht die Sprache des Lobes. Anerkennung, die Sie verbal ausdrücken, wenn einer Ihrer Mitarbeiter gute Leistung erbracht hat, ist eine sehr wirksame Form der Wertschätzung. Und gleichzeitig eine wunderbar einfache. Dabei geht es darum, positive Arbeitsergebnisse wahrzunehmen, wirklich zu sehen und dies auch zu äußern.

Also: sagen Sie es laut, wenn Sie denken: „Das ist gut“.

Dabei geht es NICHT darum, alles und jeden so häufig wie möglich zu loben. Dann verliert Ihr Lob nämlich an Wert und wird belanglos und noch schlimmer: es wirkt nicht mehr authentisch. Denn jeder von uns weiß innerlich, dass nie alles immer gut ist und gelingt.

Deshalb loben Sie nur dann, wenn Sie es wirklich meinen. Erwischen Sie Ihre Mitarbeiter wenn sie gut sind!

Und loben Sie konkret - denn das zeigt, dass Sie tatsächlich hingesehen haben und wissen, welche Aspekte heraus­ragend waren. Belassen Sie es also nicht beim pauschalen „gut gemacht“, sondern erklären Sie in einigen kurzen Sätzen, was genau Sie positiv bewerten.

 

Dann gibt es die Wertschätzung in Form von Geschenken. Dabei ist der Begriff „Geschenk“ hier nicht nur im klassischen Sinne zu verstehen. Unter Geschenken wird alles subsummiert, was eine Führungskraft oder ein Unternehmen an materiellen Formen des Dankes zeigen kann. Erhält ein Mitarbeiter für eine gute Leistung eine Sonderzahlung, würde dies genau in diese Kategorie fallen. Aber auch kleinere Dinge, wie ein mitgebrachter Kuchen, ein Schokoweihnachtsmann im Dezember oder ein Strauß Blumen zum Geburtstag oder zum Abschluss eines Projektes stellen derartige Aufmerksam­keiten dar, die mancher Mitarbeiter gerne erhält. Da es sich um etwas Gegenständliches handelt, ist es für ihn möglich, auch nach außen zu zeigen: „Sieh mal: das habe ich erhalten - der Chef ist zufrieden mit meinen Leistungen“. Wodurch sich das Lob für den betreffenden Mitarbeiter noch potenziert.

 

Eine weitere Form der Wertschätzung äußert sich in dem Aspekt der Zeit.

Stellen Sie sich bitte folgende Situation vor: Eine Führungskraft geht morgens routinemäßig durch das Büro, sagt jedem „Guten Morgen“ und bleibt ab und zu mal bei einzelnen Personen stehen und vertieft das Gespräch – außer bei Ihnen…

Nun könnte man sagen, dass es ja nun nicht explizite Aufgabe der Führungskraft ist,  Small-Talk mit jedem einzelnen Mitarbeiter zu halten.

Ist es auch nicht.

Dennoch macht es etwas mit der betroffenen Person.

Und genau in solchen Kontexten wird Zeit (hier im negativen Sinne dargestellt) als Form der Wertschätzung relevant. Zeit, die eine Führungskraft einem Mitarbeiter widmet. Um einen Kaffee zu trinken, um gemeinsam in die Mittagspause zu gehen, um vielleicht einfach nach einer längeren Krankheits­phase sich den Moment zu nehmen, nachzufragen und zu hören, wie es demjenigen geht.

 

Neue Situation: Der Mitarbeiter sitzt gerade an einem sehr umfangreichen Projekt. Er schafft es kaum, abends pünktlich Feierabend zu machen. An vier von fünf Abenden geht er erst sehr spät und als letzter aus dem Büro. Tagsüber sitzt er müde und mit Augenringen vor dem Bildschirm.

Sie sehen es.

Sie sprechen ihn an.

Sie fragen ihn, woran es liegt.

Sie bieten ihm Ihre Unterstützung an.

Das ist die vierte Währung – die der Unterstützung. Auch diese symbolisiert Wert­schätzung. Sie zeigt, dass Sie wahrnehmen, wo Ihr Gegenüber gerade steht. Auch wenn Sie vielleicht nicht explizit wissen, was die Ursache für den gegenwärtigen Zustand ist, so nehmen Sie ihn dennoch wahr, interessieren sich, fragen nach und sind bereit, mit anzupacken.

Auch das ist Wertschätzung – es zeigt uns, dass wir wichtig sind.

 

Die letzte Form ist die der Berührung. Diese ist nicht in jedem Arbeitskontext angezeigt. Gemeint ist hier ein aufmunterndes Auf-Die-Schulter-Klopfen oder ein Händedruck. Auch dies kann dem anderen nonverbal signalisieren, dass ich zufrieden mit Arbeitsergebnissen und Leistungen bin.

 

die passende Sprache finden

Wenn wir nun noch einmal auf das anfängliche Zitat über den akribisch organisierten Teamtag und die „undankbaren“ Mitarbeiter schauen, kommen wir an einen zweiten wichtigen Punkt. Was hier deutlich wird, ist, dass es nicht nur entscheidend ist, Wertschätzung zu zeigen, sondern dass es auch eine Rolle spielt, den richtigen Ton zu treffen.

Man mag sich leicht ausmalen, dass obiges Beispiel schnell dazu führen kann, dass aus der wahrgenommenen Undankbarkeit ein verringertes Maß an Wertschätzung bei der nächsten Gelegenheit resultieren wird. Die Führungskraft wird ihre Anstrengungen an die Reaktion auf Seiten der Mitarbeiter anpassen und das „Konto somit ausgleichen“. Das zurücknehmen der Wertschätzung wird allerdings nicht zu einer höheren Motivation beitragen.

Was wir hier beobachten können, ist ein typischer Fall von Äußerung der Wertschätzung auf unterschiedlichen Sprachkanälen.

 

Stellen Sie sich einmal vor, die für Sie relevante Währung wäre der Euro.

Ich würde Ihnen nun zum Dank für Ihre Leistung aber ständig jede Menge an Pesos geben.

Ergänzung des Szenarios: es gibt keine Bank zum Umtauschen.

Genau – das ganze Geld wäre also wertlos für Sie.

 

Ähnlich verhält es sich bei dem Thema Wertschätzung.

Ist es mir als Mitarbeiter besonders wichtig, Zeit mit Ihnen zu teilen und ab und zu ein Gespräch zu führen, Sie warten aber immer mit Geschenken für gute Leistung auf, wird mich das nur mäßig motivieren. Oder Sie zeigen Ihre Zufriedenheit mit meiner Leistung, indem Sie mir Ihr Lob aussprechen. Ich schaffe es gerade aber kaum meinen Berg an Arbeit zu bewältigen und würde mir nichts mehr wünschen, als dass Sie das sehen und mir Unterstützung zusichern. Auch hier wird der Effekt der Motivation eher gering ausfallen.

 

Gezeigt hat sich jedoch, dass Führungskräfte dazu tendieren, die Sprache der Wertschätzung zu wählen, die sie selbst zu erhalten bevorzugen würden.

…nicht die, die Ihre Mitarbeiter gerne empfangen würden…

 

Wie sieht das bei Ihnen aus?

Was erleben Sie persönlich als besonders wertschätzend?

 

Wie haben Ihre Mitarbeiter in der letzten Woche Ihre Wertschätzung erfahren?

 

 

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