Bildquelle: Damien Kuhn

Ein klares Ja und ein klares Nein…

Wäre das nicht ein Traum?

‚Ja‘ zu sagen, wenn ich tatsächlich ‚ja‘ sagen möchte und ‚nein‘ zu sagen, wenn es mein Bedürfnis ist, eine Aufgabe nicht zu übernehmen?

 

In gewisser Weise wäre das mit Sicherheit schön, aber wie bei vielen psychologischen Dingen liegt die Schwierigkeit im Detail. Und das Detail heißt hier: Umsetzung.

Denn was in der Theorie so einfach klingt, erfordert in der Praxis meist einen langen Weg.

„Ach so, ich soll keine Angst haben? Ja, dann… dann lasse ich das einfach mal.“

„Ah…, ich soll mir einfach weniger Sorgen machen, das ist nicht gut für mich? Wie gut, dass mir das einer mal sagt, dann lasse ich das ab sofort mal.“

 

Wie Sie schon sehen, hier ist berechtigterweise etwas Ironie im Spiel. Denn so einfach ist es nicht, die Dinge, auch wenn sie logisch klingen, direkt in die Tat umzusetzen.

 

Damit Ihnen dies hier dennoch gelingen kann, möchte ich Ihnen 4 Schlüsselfaktoren mit an die Hand geben.

 

Faktor: Priorität

 

Starten wir bei dem ersten Faktor. Bevor es überhaupt ans ‚nein‘ oder ‚ja‘-Sagen geht, gilt es, uns Klarheit über unsere eigenen Prioritäten zu verschaffen.

Was ist mir wichtig?

Was ist mir noch wichtiger?

Wo liegen meine Ziele?

Was will ich kurz-, mittel- und langfristig erreichen?

Eine Auseinandersetzung hiermit ermöglicht es uns, klarer zu sehen, welche Dinge für uns persönlich eine hohe Bedeutung haben und somit im  Alltag von uns häufiger ein ‚Ja‘ kassieren müssten.

 

Unter diesem Blickwinkel möchte ich die Aussage: „ich würde ja gerne mehr Sport machen, aber ich habe keine Zeit“, gerne näher betrachten.

Was sagt das aus? Habe ich tatsächlich keine Zeit? Oder nehme ich mir vielleicht schlicht weg keine Zeit dafür?

Ja, manche Dinge lassen sich vielleicht nicht vermeiden, aber ein gewisses Zeitfenster, über das wir selbst entscheiden haben wir alle zur Verfügung und ob ich dieses auf der Couch, im Kino, beim Sport, mit Freunden, mit zusätzlicher Arbeit verbringe, entscheide ich immer noch selbst.

Natürlich ist es definitiv charmanter Freunden oder Kollegen zu sagen, man habe keine Zeit, als ihnen mitzuteilen, dass sie dort leider nicht weit genug oben in der Prioritätenliste stehen. Was wir aber nicht tun sollten, ist uns selbst dahingehend hinters Licht zu führen.

 

Faktor: Beweggründe

 

Bei dem zweiten Schlüsselfaktor handelt es sich tatsächlich zunächst um ein bewusst machen. Ein Verstehen von eigenen Beweggründen. Hier stelle ich mir selbst die Frage, welche Bitten (in welchen Kontexten, von wem vorgetragen, zu welchen Themen) mich besonders triggern und wo die Muster aus Artikel 1 (Link) aktiviert werden. Sprich, die Angst negativ bewertet zu werden besonders stark wird und somit einem nicht so gemeinten ‚ja‘ den Weg bahnt.

Das Wissen um die eigenen „Knöpfe“ hilft uns, nicht automatisch ohne es zu bemerken zu reagieren und uns erst im Nachhinein darüber bewusst zu werden.

 

Auch ist es temporär durchaus legitim, Dinge zu übernehmen, ohne dass sie besonders weit oben auf unserer Prioritätenliste stehen. Da aber andere Aspekte, wie z.B. das Ansehen in einer spezifischen Situation, für uns besonders schwer wiegen oder die Hilfsbereitschaft in einem besonderen Kontext wichtiger ist, als das Durchsetzen des eigenen ‚Neins‘, entschließen wir uns zu einem ‚Ja‘. Entscheidend ist aber, dass ich diesen Entschluss bewusst fasse, Kosten und Nutzen für mich bedenke und in Kauf nehme. So wird der Entschluss parallel zur Arbeitsstelle einen MBA zu machen, natürlich dazu führen, dass ein anderes Bedürfnis (Zeit mit der Familie zu verbringen) für einen definierten Zeitraum hinten angestellt wird. Das Bedenken dieser Zusammenhänge mag mir aber dabei helfen in der konkreten Situation, in der ich wieder ‚ja‘ zum Lernen und Anfertigen von Studienarbeiten sagen muss, obwohl mir nach ‚nein‘ ist, dies besser hinzunehmen.

Allerdings gilt es zu bedenken, dass diese Zustände (auch Situationen der Überlastung aufgrund von zu vielen ‚Jas‘ am Arbeitsplatz) zeitlich begrenzt sein sollten und dass dies kein Dauerzustand sein kann.

 

Faktor: Zeit

 

Dieser Schlüsselfaktor ist einer der wichtigsten und am leichtesten zu beeinflussenden.

Hier heißt es: Abstand schaffen, nicht sofort reagieren.

Ist mein Trigger noch aktiv, ist die Angst noch übermächtig präsent, werde ich auf Basis dieser Motive und diesen Gefühls reagieren. Wichtig ist es, einen Schritt zurück zu treten und auf das Gesamtbild zu schauen, die Angst als Indikator, aber nicht als übermächtigen Diktator zu verstehen. Auch mögliche negative Konsequenzen tatsächlich einmal bis zum Ende zu denken, sich wirklich auszumalen, was passieren würde, wenn ich ‚nein‘ sage.

 

 

Faktor: Akzeptanz

 

Als letztes erfolgt der Blick auf die Akzeptanz. Die Akzeptanz, dafür, dass mein Gegenüber vielleicht wirklich im ersten Moment nicht begeistert sein wird. Denn er ist seine Aufgabe ja nicht losgeworden, sein Ziel ist nicht aufgegangen und er muss nach einer neuen Lösung suchen.

Dies zunächst auszuhalten, ist nicht immer einfach.

Aber wichtig.

Und auch hier sowohl für sich selbst als auch in der Reaktion der anderen eines deutlich zu machen: Mein ‚nein‘ zu dieser Aufgabe ist kein ‚nein‘ zu dir.

 

Einen weiteren Aspekt, den es zu akzeptieren gilt, ist der, dass auch andere Personen wichtiger werden. Denn solange ich derjenige bin, der alle Aufgaben annimmt und alles erledigt, mache ich mich auch ein Stückchen unentbehrlich.

Ein tolles Gefühl!

Aber natürlich auch mit einem hohen Preis verknüpft.

Im Gegenzug sorgt mein ‚nein‘ dafür, dass andere Aufgaben übernehmen und sich in der Systemik des Teams Veränderungen ergeben können.  Aber machen Sie den Start, zu einem ausbalancierten ‚ja‘ und ‚nein‘ im Team und ein wenig mehr Selbstfürsorge.

 

 

Also, worauf warten Sie? Probieren Sie es aus!

 

 

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