Fair.Führt                                                                                                                       Wie Fairness Führungskräfte nach vorne bringt

 „Die Beförderung war nicht gerecht.“

„Wollen die uns hier im Unternehmen eigentlich für dumm verkaufen? Uns nicht früher zu informieren, zeugt nicht von Respekt.“

„Nicht mit mir persönlich, sondern mit anderen darüber zu sprechen, wenn ihm etwas nicht passt, ist wirklich nicht fair.“

 

Wahrscheinlich kennen Sie solche oder ähnliche Aussagen. Ich würde fast be­haupt­en, dass jeder, der einmal gemeinsam mit anderen Menschen in einem Unternehmen gearbeitet hat, bereits Ähnliches selbst gesagt oder hat sagen hören.

 

Wieso taucht das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein, auf?

Was sind die Konsequenzen dieses Empfindens von Unfairness und wie kann es dazu kommen, dass dieses „kleine Gefühl“ ganze Prozesse blockiert und was können Sie dagegen tun?

 

 

eine Intuition für Fairness entsteht

Sehr sensibel reagieren wir auf ganz subtile Indikatoren für Gerechtigkeit. Schon früh in der Kindheit werden die Wurzeln hierfür gelegt. Wir wollen als Kind gleich große Geschenke wie unsere Geschwister und die gleichen Spielzeuge wie unsere Freunde. Strafen, Einschränkungen, Lob und Belohnung sollen für alle gleichermaßen gelten. So empfinden es kleine Kinder.

Mithilfe spezieller Hirnzellen – den sogenannten „Spiegelneuronen“ - nehmen wir ebenso schon früh wahr, wie wir uns in der Situation eines anderen fühlen würden. Also wie sich die Belohnung anfühlt und dies wird dann in den kausalen Zusammenhang mit den Handlungen vor der Belohnung gestellt. Möglichst sollte hier eine konvergente Beziehung bestehen, ansonsten meldet sich wie ein Warnsignal unsere Intuition mit der Botschaft, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugehe.

Sofort entsteht ein vages Gefühl von Misstrauen.

Schutzschilder raus.

Vorsicht ist geboten.

 

 

faire Entscheidungen schaffen Akzeptanz

Um gar nicht erst negative Ausgangsvoraussetzungen zu schaffen und von Mitarbeitern umgeben zu sein, die nur darauf warten, Ungerechtigkeit aufzuspüren und jede Aktion zunächst misstrauisch hinterfragen, kann eine Führungskraft den Wert der Fairness ihren Handlungen zugrunde legen.

So zum Beispiel bei Entscheidungen.

Ob es sich dabei um Personalentscheidungen, Beförderungsfragen oder Aufgaben­zuteilungen handelt, bei all diesen Themen gewinnt die Führungskraft Vertrauen und tritt als eine glaubwürdige Person auf, wenn sie auf Fairness achtet.

 

Studien zufolge (vgl. „Legitimität und Fairness“, Stefan Machura) führt faires Verhalten legitimierter Entscheider bei Betroffenen zu Akzeptanz für den Entschluss, auch wenn es für die Einzelpersonen Nachteile beinhaltet.

 

Aber was bedeutet „faires Verhalten“ im praktischen Arbeitsalltag von  Führungskräften? Es meint, dass Entscheidungs­prozesse für alle gleichermaßen gelten, dass Ausnahmen von der Regel transparent gemacht und nicht „unterm Tisch“ zurecht gekaspert werden, dass auch für einzelne Mitarbeiter negative Entschlüsse dieser Person gegenüber offen kommuniziert werden.

Hierbei ist es wichtig, dass sich zeitnah Zeit genommen wird, ein Gespräch zu führen. Ziel sollte sein, die Entscheidung verständlich zu machen, sodass zwar das Gefühl der Enttäuschung durchaus entstehen kann, aber nicht das Gefühl, unfair behandelt worden zu sein.  

Denn dies ist ein hartnäckiger Begleiter, der Folgeinteraktionen bereits im Voraus belasten wird.

 

 

faire Kommunikation schafft Offenheit für Veränderung

Vielen Führungskräften ist nicht bewusst, wie sie mit ihrer Art der Kommunikation Angst auslösen, wenn sie z.B. zwischen Tür und Angel mit Halbinformationen bekannte Strukturen infrage stellen, Fusionen einleiten oder Einwände ignorieren. Auch ein Schweigen der Führungskraft führt zu Angst auf Seiten der Belegschaft, wenn bereits über den Flurfunk Informationen zu tiefgreifenden Veränderungen durchgesickert sind.

Dass Reorganisationen und Markteinbrüche Angst auslösen, ist oft nicht zu verhindern. Was aber durchaus vermieden werden kann, ist, die Mitarbeiter mit der Angst alleine zu lassen oder sie durch doppeldeutige, intransparente oder nicht vorhandene Kommunikation zusätzlich zu verunsichern. Faire Kommunikation könnte hier Abhilfe schaffen.

Oft führt der Gedanke, schon die 100%ige Lösung präsentieren zu müssen, bevor geredet wird, dazu, dass das Spielfeld viel zu lange dem Flurfunk überlassen wird und die entstandenen Fouls der Gerüchte nur schwerlich ausgebügelt werden können.

Eine authentische Führungskraft, die ihr Team durch den Veränderungsprozess mitnimmt, Teilschritte offen kommuniziert und auch negative Botschaften nicht außen vor lässt, wirkt glaubwürdig und sorgt für Vertrauen auf Seiten der Mitarbeiter und kann diese so auch durch Change-Prozesse führen.

 

 

faire Führung fördert Kooperation

Betrachtet man den Effekt von Fairness auf der gesamten Teamebene, kann man bei erfolgreicher Umsetzung auch von einer gelebten Fairness-Kultur innerhalb des Teams sprechen.

So ist es für die Führungskraft möglich, erheblich dazu beizutragen, dass die gemeinsame Leistung des Teams die Summer der individuellen Leistungen übersteigt. Hier kann die Führungskraft ganz klar Impulse für Teamfairness setzen, durch eigene Vorbildwirkung, aber auch durch ein klares Stellungbeziehen und durch gemeinschaftliche Teamwerte.

Natürlich soll es nicht darum gehen „eine schöne liebe Welt“ zu propagieren. Leider zu oft passiert es, dass unter diesem Deckmantel Konflikte heruntergespielt und Harmonie mit Fairness verwechselt wird.

Der Anspruch an eine Führungskraft im Gegensatz zu einem Verwalter, der lediglich ausführt, was ihm angetragen wird, ist, eine Atmosphäre im Team zu schaffen, in der sowohl Kooperation gelebt wird, aber in der auch ein fairer Wettbewerb zu hohen Leistungen antreibt.

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter miteinander gegeneinander spielen, und zwar so, dass sie wieder miteinander gegeneinander spielen wollen, denn sonst ist das Spiel schneller zu Ende als es begonnen wurde.

 

Fangen Sie an fair zu führen, denn fair führt…

 

 

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