Frühwarnzeichen für Konflikte

Woran Sie erkennen, dass Unzufriedenheiten herrschen und sich Konflikte entwickeln.

 

 

 

„Hätten wir doch schon früher drüber gesprochen.“

„Hätte ich das gewusst, dass sich das so aufschaukelt, hätten wir doch schon eher Maßnahmen ergreifen können.“

„Ich weiß gar nicht, ob wir das noch klären können, die Fronten haben sich jetzt schon so verhärtet.“

 

Sind Ihnen auch schon einmal solche Gedanken oder Sätze begegnet?

 

Es ist häufig so, dass wir einen Konflikt erst dann wahrnehmen, wenn er wie ein unübersehbarer Elefant im Raum steht und wir leider nicht mehr an ihm vorbei sehen oder ihn ignorieren können. Es gelingt uns ja auch nicht mehr unseren Gegenüber durch die graue Masse vor uns zu sehen, geschweige denn mit diesem eine vernünftige Zusammenarbeit zu gestalten.

Da ein dicker Elefant sich aber nur schwerlich durch die Tür wieder nach draußen bewegen lässt, fragen wir uns in solchen Momenten häufig, wieso wir den Elefanten nicht nach draußen begleitet haben, als er noch klein und nicht ausgewachsen war.

Vielleicht haben wir ihn bereits gesehen, wollten uns aber nicht mit ihm auseinandersetzen – denn wer weiß schon, wie man mit Elefanten umgeht?

Oder wir haben ihn schlichtweg nicht als solchen identifiziert und wahrgenommen und wurden uns der Problematik erst bewusst, als dort dieses riesige graue Wesen stand.

 

Auf dieses Thema möchte ich im nachfolgenden Artikel mit Ihnen eingehen:

Wie sieht man den Elefanten alias Konflikt, wenn er noch klein ist, was sind Anzeichen dafür, dass ein Konflikt im Anmarsch ist?

 

 

Aktiv dagegen

 

Das am leichtesten erkennbare, aber auch sehr verunsichernde Anzeichen, ist die aktive Gegenwehr. Diese lässt sich in zwei Arten unterteilen: Die Aggression und den Widerstand.

Bei ersterer können Sie auf der Verhaltensebene beobachten, dass die Betroffenen ihre Unzufriedenheit häufig mittels in Sarkasmus und Ironie versteckten Botschaften kommunizieren. Auch der Angriff auf einer persönlichen Ebene mittels verletzender Kommentare kann hier vorkommen. 

Bei zweiterem werden Sie eher mit Formulierungen wie: „ja, aber…“, konfrontiert werden, in der der Unzufriedene seinen Widerspruch mit dem Vorgehen oder der aktuellen Situation deutlich zu machen versucht. Auch ein Betonen und kontinuierliches Hinweisen auf Schwierigkeiten kann ein Anzeichen sein. Auf der nonverbalen Ebene äußert sich dies nicht selten in einer geschlossenen Körperhaltung.

 

Rückzug auf sicheres Terrain

 

Ihr Mitarbeiter oder Kollege ist auf einmal nicht mehr als Person greifbar. Formal können Sie ihm gar nichts nachsagen, da er höflich und korrekt auftritt. Aber eigene Meinungen, echte Kommentare und eine Person hinter der Fassade sind für Sie nicht mehr spürbar.

Auf einmal erhalten Sie jede Vereinbarung via E-Mail und Ihr Gegenüber besteht ständig darauf, für alles was entschieden oder gemacht werden soll, einen Regelprozess zu definieren oder den Vorgesetzten zu informieren.

Auch hier sollten Sie feine Antennen ausfahren und genauer hinschauen und nachfragen.

Handelt es sich hier um Konfliktanzeichen oder ist das lediglich ein dokumentationsfreudiger Zeitgenosse?

Ein gutes Vorgehen ist dabei, sich zu fragen, ob das schon immer in der Zusammenarbeit mit dem betreffenden Kollegen so war, oder ob es eine Veränderung gegeben hat.

Rückzug auf Formalitäten in Form von übertriebener Höflichkeit, unfreier Körpersprache, beharren auf schriftlicher Kommunikation und festen Regeln für jegliche Prozesse und ein „dem anderen nach dem Mund reden“ sind definitiv Zeichen, bei denen Sie aufhorchen sollten.

 

Blockieren

 

Was kann uns noch als Hinweis darauf dienen, dass eventuell für unseren Gegenüber etwas nicht in Ordnung ist?

Sollten Prozesse übermäßig häufig blockiert werden, indem Entscheidungen nicht getroffen und beständig vertagt werden (hierbei geht es nicht um Situationen, in denen ggf. die nötigen Informationen noch nicht vorliegen) oder ständig an alten Vorgehensweisen festgehalten werden, lohnt sich ebenfalls ein näheres Hinsehen oder eine Nachfrage.

 

Aussteigen

 

Auch die nächste Art und Weise seine Unzufriedenheit deutlich zu machen haben Sie bestimmt schon im Arbeitsalltag erlebt.

Beim Aussteigen handelt es sich um den Rückzug aus einer Situation, die man persönlich als nicht gut erlebt. Dieser kann sich in Form von Interessenlosigkeit als innerer Rückzug oder von Vermeidung  als äußerer Rückzug äußern.

Interessenlosigkeit können Sie beispielsweise an schleppenden Diskussionsrunden und geringen Beiträgen erkennen. Auch die Verantwortungsübernahme erfolgt nicht oder nur auf Druck. Bei der Strategie der Vermeidung entfernt sich der Betreffende soweit es geht aus dem Umfeld. Dazu kann er Kontakte meiden oder es lassen sich gesteigerte Fehlzeiten und Krankheitstage beobachten.

 

die Gruppe als Ventil

 

Auch die Gruppe oder das Team kann als Ventil bei Unzufriedenheiten genutzt werden. Dieses Wissen können Sie ebenfalls bei der sensiblen Wahrnehmung von Konfliktfrüherkennungszeichen einsetzen. So können Sie zum einen Ihr eigenes Gefühl als Barometer nutzen. Wenn Sie sich auf einmal in einer Gruppe nicht mehr wohlfühlen, wenn Sie spüren, dass Andeutungen gemacht werden, Gerüchte herrschen und verdeckte Kommunikation erfolgt, bei der einzelne Mitglieder ausgeschlossen werden, dient Ihnen auch das als Signal, sich näher mit „dem kleinen Elefanten“ zu befassen. Zum anderen sollten Sie erste Anzeichen von Cliquenbildung innerhalb eines Teams genauer im Auge haben, da sie nicht selten Hinweise auf Unstimmigkeiten in der Gruppe liefern.

 

Nun haben Sie in diesem ersten Teil bereits einiges zu den frühen Anzeichen für Konflikte erfahren. In dem nächsten Teil möchte ich einen Schritt weiter gehen und mit Ihnen beleuchten, was denn Handlungsoptionen wären, wenn Sie eines oder mehrere der oben beschriebenen Anzeichen wahrgenommen haben.

 

Sprich: Was tun, wenn ich glaube da nistet sich ein kleiner Elefant in meinem Büro ein?

 

Denn…

the early bird solves the conflict…

And it will do the best job if it knows how.

 

 

 

ausgesprochen

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wie Vorurteile unsere Wahrnehmung verzerren

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