hack ur brain                                                                                                             - über methoden in der Personalentwicklung

Teil 1

 

Wieso bleibt nix hängen?

Sie haben weitreichende Personalentwicklungsmaßnahmen gestartet, sämt­liche Mitarbeiter und Führungskräfte in unterschiedlichsten Themen geschult.

Und alle kamen begeistert zurück.

Oder Sie waren selbst wieder einmal auf einem Training.

Doch schon kurze Zeit später läuft alles wieder genau in den gleichen Bahnen.

Nichts hat sich geändert.

Kennen Sie das?

 

Wieso ist das so?

 

 

 

Faktor Zeit

 

Veränderung braucht Zeit. Veränderung benötigt Wiederholungen.

In den seltensten Fällen ist es so, dass Sie eine neue Sache durch eine einmalige Durchführung erlernen. Oder war es bei Ihnen etwa so, dass Sie als Kind nach dem ersten Mal im Wasser sofort Schwimmen konnten oder dass Sie nach der ersten Klavierstunde bereits fehlerfrei Stücke von Mozart beherrschten?

 

Wahrscheinlich eher nicht…

 

Von 5 bis 35 auch mit 55 Jahren hat sich daran leider wenig geändert.

Aber eine Sache hat sich meist doch geändert: unsere Geduld. Genauso die Bereitschaft, sich noch einmal wie ein Beginner zu fühlen, Fehler zu machen, nachzufragen, zu stolpern – und noch viel schlimmer: beim Stolpern gesehen zu werden.

 

Deswegen wird das Thema Wiederholungen im Trainingskontext zum Teil stiefmütterlich behandelt. Dies beginnt bei Trainingsmaßnahmen schon damit, dass die Verantwortung für die Wieder­holungen nicht wirklich geklärt ist.

Sollen bereits im Training mehrere Durchführungen gemacht werden? Das ist wahrscheinlich langweilig und würde zu keiner guten Bewertung in den happy-sheets nach dem Training führen… also lieber nicht.

Sollen die Teilnehmer im Nachgang selber für die Wiederholungen sorgen? Das führt wahrscheinlich zu peinlichen Situationen in der Arbeitsumgebung… also lieber nicht.

 

Also tun wir lieber so, als würden die Teilnehmer nach dem Training (in dem es keine Wiederholungen gibt) in den Arbeitsalltag zurückkehren und dort sofort perfekt die neue Führungsrolle innehaben oder das Konfliktmanagement fehlerfrei beherrschen (natürlich auch ohne es zu wiederholen).

 

Ein weiterer Grund, warum Wiederholung bei Trainings zu kurz kommt, ist der Wunsch nach Effizienz: ist einmal die „Zeit“ für eine Trainingsmaßnahme genommen, sind die Gelder bewilligt und die Prozesse eingeleitet, soll diese Maßnahme bitte auch ein Maximum an Wissenszuwachs verschaffen.

 

Heißt: möglichst viele inhaltliche Themen sollen in kürzester Zeit abgehandelt werden.

 

Es wäre wunderbar, wenn tatsächlich durch Erläuterung der Theorie und des Sachverhalts dieser direkt in das Verhaltensrepertoire der Teilnehmer einfließen würde. Ich würde aber gerne mit Ihnen in Teil 2 dieser Reihe darauf schauen, wie Lern­prozesse tatsächlich in unserem Gehirn vonstattengehen und darauf aufbauend werden wir sehen, warum die Gleichung ‚mehr Inhalt = mehr Wissen = Verhaltensänderung‘ nicht aufgeht.

 

 

 

Faktor Betroffenheit

 

Denken Sie einmal selber zurück: Was waren die Momente in Ihrem Leben, in denen Sie für sich den größten Erkenntnisgewinn hatten, in denen Sie sich persönlich am meisten verändert und entwickelt haben?

 

Welche Ereignisse fallen Ihnen da ein?

 

Ja. Meist sind es Schlüsselmomente, in denen wir persönlich involviert, betroffen und emotional beteiligt waren. Wir haben gespürt, was es heißt zu versagen, eine geniale Rede zu halten, in einem schwierigen Gespräch den Gegenüber wirklich zu erreichen.

Und hierbei ist entscheidend, dass es nicht irgendeine Rede, nicht irgendein Gegenüber ist. Um solche Momente in Trainings zu üben, werden häufig Rollenspiele eingesetzt. Leider nutzt ein Rollenspiel aus der sogenannten „Konserve“, das fiktiv entwickelt wurde, damit bloß keine heiklen Themen auf den Tisch kommen, dabei nur wenig.

Viel zu häufig ist zu Beginn des Trainings eine Faszination bei den Teilnehmern vorhanden. Sie möchten ihre eigenen Themen behandeln, Lösungen finden und besser mit einigen Herausforderungen des Alltags zurechtkommen. Kommt dann aber der Moment, in dem sie die Chance hätten, einen eigenen Fall einzubringen, sich aus der Komfort-Zone zu wagen und Lösungsideen auszuprobieren, sich selbst zu reflektieren und wirklich zu lernen, verstecken sich viele doch hinter der Option, mit fiktiven Beispielen zu arbeiten.

 

Aber das schade!

 

Es geht um die Fälle, die uns wichtig sind. Die uns berühren und mit denen wir tatsächlich alltäglich zu tun haben. Denn dann sind wir schon beim Lernen während des Trainings involviert, wollen mehr wissen, sind vielleicht auch herausgefordert, kommen ins Schwitzen, aber können das neue Wissen, die neuen Theorien mit unseren eigenen Geschichten im Gehirn verankern.

 

 

 

Faktor Alltag

 

Nachhaltigkeit fordert einen Ausbruch aus der Routine.

Die neu erlernten Verhaltensweisen, das neue Wissen können Sie sich wie einen kleinen Setzling vorstellen. Der ist wirklich noch ganz winzig, die Wurzeln kurz und erst ein paar Zentimeter in der Erde. Und nennen wir den Alltag in unserem Bild mal Winter…

Gerade haben wir den Setzling gepflanzt, wir sind vielleicht auch ganz glücklich mit dem neuen Blümchen und bestimmt auch ein wenig stolz. Ja und dann kommt der Winter. Mit Schnee, Wind und Kälte.

 

So war das nicht geplant…

 

„Das konnte ja auch keiner wissen, dass jetzt die heiße Projektphase losgeht, da habe ich keine Zeit alles umzuschmeißen und auf neue Vorgehensweisen zu achten…“

„Stimmt… das konnte keiner wissen, dass nach Herbst der Winter kommt…“

 

Doch, Sie werden es bestimmt auch schon einige Male so erlebt haben.

Wie nach Herbst immer Winter kommt, so kommt auch nach einem Training immer der stressige Alltag.

 

Umso wichtiger ist es, dies bereits zu antizipieren, sich darauf vorzubereiten und den Mehraufwand NACH dem Training einzuplanen.

 

Denn selten – ach was, eigentlich nie - ist es so, dass nach einer Trainingsmaßnahme der Wissensaufbau und die Erweiterung von Skills schon geschehen ist. Das Training war der Anstoß und der Richtungsgeber - Die eigentliche Arbeit geht erst DANACH los.

Denn oft verschafft der Aufbau von neuen Verhaltensweisen uns im ersten Schritt eben noch keine Zeitersparnis – das will nur keiner hören.

Aber wir müssen uns stärker auf die neuen Handlungsweisen fokussieren, nachdenken, justieren und lernen, während die altbewährte Methode automatisch wie eine Routine abgespult werden kann.

Die Zeitersparnis und auch die besseren Ergebnisse dagegen stellen sich erst später ein, wenn sich die neue Vorgehensweise etabliert hat.

 

 

Sensibilisieren Sie sich für die diese Faktoren um Trainingseinheiten zu starten, bei denen etwas hängen bleibt…

 

Lesen Sie in Teil 2, wie Sie im Einklang mit der Funktionsweise unseres Gehirns nachhaltiger lernen können.

 

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