Quelle: Aaron Burden/unsplash

hack ur brain                                                                                                        - über methoden in der Personalentwicklung

Wie kann etwas hängen bleiben?

Teil 3

 

Sie haben weitreichende Personalentwicklungsmaßnahmen gestartet, sämt­liche Mitarbeiter und Führungskräfte in unter-schiedlichsten Themen geschult.

Und alle kamen begeistert zurück.

Oder Sie waren selbst wieder einmal auf einem Training.

Doch schon kurze Zeit später läuft alles wieder genau in den gleichen Bahnen.

Nichts hat sich geändert.

 

Wir haben uns zu Beginn in Teil 1 angesehen, wieso das häufig der Fall ist.

Nun geht es um die Möglichkeiten, einen Fußabdruck zu hinterlassen und etwas zu trainieren, das von Dauer geprägt ist.

Dazu haben wir letzte Woche einen kleinen Blick auf unser Gehirn geworfen (Teil 2), denn da sollte am Ende ja das Wissen abgelegt werden.

Heute wird es um den Weg bis dahin gehen – sprich: die Sinnenkanäle (Teil 3).

 

 

 

Mit allen Sinnen lernen

 

Hören, sehen, riechen, schmecken, fühlen.

Alle diese Wege führen in unser Gehirn. Über diese Kanäle nehmen wir Informa­tionen über die Umwelt auf, verarbeiten und speichern sie.

Wenn wir nun über Trainingsmethoden nachdenken, stellt sich die Frage, welche Wege wir sinnvollerweise nutzen, um die Informationen möglichst dauerhaft im Gedächtnis abzulegen.

Auch wäre es interessant zu wissen, ob es Unterschiede gibt und ob mehr Wege unweigerlich eine bessere Speicherung mit sich bringen.

 

 

 

Worte

 

Der typische Weg bei Entwicklungsmaßnahmen Informationen zu vermitteln, ist mehrheitlich via gesprochenem und geschriebenem Wort. Dabei werden Theorien, Modelle oder Beispiele erläutert und durch Flipcharts, Metaplankarten oder Präsentationen schriftlich unterstützt oder es werden Diskussionen geführt.

Damit werden das visuelle und das auditive System angesprochen. Definitiv ein erster Schritt und wahrscheinlich auch die einfachste Methode mit Blick auf die  Umsetzbarkeit.

Erinnern Sie sich noch an Ihre Schul- oder Universitätszeit? Wie viel ist tatsächlich aus den Vorlesungen hängengeblieben? Wahrscheinlich eher wenig… oder?

Laut Lernpyramide (National Training Laboratories of Bethel; Maine, USA) beträgt die Behaltensrate von lediglich auditiv und visuell dargebotenem Material lediglich 20%.

Dies legt die Vermutung nahe, dass der typische und vielleicht am einfachsten zugängliche Weg nicht die Königsdiziplin darstellt…

 

 

 

Bilder

 

Sag es in Bildern!

Mehr schon bleibt hängen, wenn wir Bilder oder auch Metaphern verwenden, um das auszudrücken, was behalten werden soll.

Beispielsweise kann es hilfreich sein, das theoretisch dargestellte in einem Bild zusammenzufassen oder die Lernwirkung durch ein Bild zu verstärken. Studien zufolge (Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig) ist während des Abrufens von Informationen, die wir über bildliche Informationen erlangt haben, eine Aktivität in den visuellen Regionen im Gehirn zu verzeichnen. Nicht nur, dass zusätzliche Gehirn­areale aktiviert und involviert werden, auch zeigte sich, dass Informationen, die durch ein Bild dargeboten wurden, besser erinnert werden konnten.

 

Was ziehen wir daraus für Schlüsse für unsere Lernmethoden in Trainingseinheiten?

 

Zum einen wird es lohnenswert sein, mit einer Materialvielfalt zu arbeiten, die sich nicht nur auf Worte beschränkt. Das Einbeziehen von Bildern und Videos kann einen deutlichen Mehrwert schaffen.

Dabei die erlernten Informationen in einem Bild zusammenfassend abzubilden und zu verankern, wird einigen Teilnehmern den Zugriff auf diese Information erleichtern.

 

Zum anderen macht es Sinn, auch das einfließen zu lassen, was wir in der letzten Woche über die Gedächtnisarten gesehen haben. Demnach wäre es sogar noch effektiver, wenn man eigene Bilder verwendet. Hat man zum Beispiel in einem Coaching zum Thema Übernahme der neuen Führungsrolle intensiv etwas für sich erarbeitet, bietet es sich viel eher an, dass der Coachee selbst ein für sich passendes Bild zur Sicherung der Lernergebnisse erarbeitet (zum Beispiel das Bild//die Metapher, was er selbst von sich als Führungskraft mitnimmt), als dass der Coach ein Bild zur Verfügung stellt.

 

 

 

& Action

 

Damit sind unsere Sinneskanäle aber noch nicht erschöpft. Hierzu erneut ein kleiner Exkurs in das Max Planck Institut der Kognitions- und Neurowissen­schaften in Leipzig. Hier haben Forscher anhand des Erlernens einer Fantasiesprache unterschiedliche Lernmethoden untersucht. Ergebnis war, dass sich die Pro­banden die Worte deutlich leichter merken konnten, wenn das Gehirn die Vokabeln mit mehr Sinneswahrnehmungen verknüpfen konnten. Auch zeigte sich neben den oben schon genannten Abstufungen zwischen gesprochenem, geschriebenem Wort und einem Bild ein zusätzlicher Aspekt:

Besonders wichtig schien in dem Experiment das Bewegungszentrum des Gehirns zu sein. Führten die Teilnehmer zusätzliche Gesten beim Lernen aus und verknüpften sie so die beiden Informationen miteinander, fiel es ihnen deutlich leichter, sich die Dinge zu merken.

 

Interesting!

 

Bedeutet für uns in der Praxis: Hoch von den Stühlen. Schluss mit Berieselung.

 

Machen.

Machen.

Machen.

 

Möglichst kurze theoretische und gesprächsorientierte Phasen (welche im Aufbau auf das Hintergrundwissen fußen) und danach direkt in Aktion gehen oder sich die Modelle und das Fachwissen bereits mithilfe von Aktionsmethoden erarbeiten.

In diesem multisensorischen Prinzip verstärken sich sehr wahrscheinlich die unterschiedlichen Assoziationen gegenseitig und  so prägt sich das zu lernende Wissen stärker ein.

 

Und besonders hier lohnt sich der Blick auf die Aktionsmethode des Psychodramas, die sowohl die Sprache der Bilder, als auch die Reduktion von komplexen Informationen, die persönliche Involviertheit als auch das Handeln vereint…

 

Also fürs nächste Training gewappnet?

Mit allen Sinnen und mit allen Gedächtnisarten dabei?

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