Bildquelle: unsplash/Alex Block

Wir & die Anderen

 – Gruppenphänomene im interkulturellen Kontext

#ein ‚Wir‘ und ein ‚Die‘ entsteht

 

Wir Deutschen lieben Autos. Wir sind gerne pünktlich und schätzen es, wenn andere das auch sind. Wir trinken gerne Bier und Urlaub machen wir gerne auf Mallorca.

Die nehmen es mit der Zeit nicht so genau. Die arbeiten nicht so gründlich und die wollen nur von Sozialleistungen profitieren.

‚Die‘ das sind die Anderen.

Was hier passiert ist ein typisches Phänomen. Es zeigt sich nicht nur im interkulturellen Kontext. Auch hinsichtlich Geschlecht, Alter, Schulform, Studiengang etc. lässt es sich anwenden.

Sobald eine größere Anzahl von Menschen zusammenkommt, bilden sich in unserer Wahrnehmung aufgrund ebendieser Merkmale Gruppen. Nehme ich die Nationalität als Merkmal, um die Zugehörigkeit der Gruppe zu definieren, so erhalte ich automatisch meine Eigengruppe („die Deutschen“) und eine oder mehrere Fremdgruppen („die Ausländer“). 

 

 

# ‚Die‘ sind anders

 

Haben sich nun in unserem Kopf diese Ideen von diesen Gruppen (Eigen- und Fremdgruppe) gebildet, entscheidet also nur noch das Vorhandensein des Merkmals, zu welcher Gruppe ich gehöre.

Ich habe nun auf Basis eines ganz einfachen Entscheidungskriteriums festgelegt, wer welcher Gruppe zuzuordnen ist.

 

Was passiert nun aber im zweiten Schritt?

Genau.

 

Hinter dem Etikett des Gruppennamens („die Frauen“, „die Generation y“, „die Türken“, die „Südländer“ usw.) verbirgt sich eine Reihe von Eigenschaften, die ich mit dieser Gruppe verbinde und welche ich allen Mitgliedern dieser Gruppe zuschreibe.

Und nun passiert etwas ganz Eigenartiges: wir beginnen, die Gruppen hinsichtlich zweier Aspekte verzerrt wahrzunehmen (in-group & out-group bias).

  • Die Unterschiede zwischen Mitglieder innerhalb einer Gruppe nehmen wir als geringer wahr – die Gruppen erscheinen uns homogener. Denn schließlich kommen ja ALLE Südländer zu spät.
  • Die Unterschiede zwischen Mitgliedern verschiedener Gruppen werden größer wahrgenommen, als sie tatsächlich sind. Hier würden wir davon ausgehen, dass der Unterschied hinsichtlich der Pünktlichkeit von Südländern und Deutschen natürlich sehr groß ist – so groß, dass es wichtig ist, ihn hervorzuheben.

Wir sind also beständig auf der Suche nach Hinweisen, die unsere These der beiden Gruppen zementieren.

Wir versuchen, Beweise dafür zu finden, dass die Mitglieder der eigenen Gruppe sich tatsächlich von den Mitgliedern der Fremdgruppe unterscheiden.

 

Hinzukommt dann noch ein dritter Schritt…

 

 

# mit ‚Denen‘ reden ‚Wir‘ nicht

 

Wie es hier in der Überschrift dargestellt wurde, ist es natürlich ein wenig übertrieben. Meint aber, dass mit der eigenen Zugehörigkeit zu einer Gruppe auch einhergeht, dass die Eigengruppe zumeist auch positiver bewertet wird. Die negativen Eigenschaften werden dann im Gegenzug für die Fremdgruppe reserviert.

Und da diese Gruppe ja nun nicht wirklich sonderlich attraktiv erscheint, findet auch kein wirklicher offener Kontakt statt, sodass die im zweiten Schritt zementierten Hypothesen durch neue Erfahrung, Austausch und Mischung der Gruppen nur schwer und langsam aufgeweicht werden könnten.

 

 

 

Wenn Sie einmal in Ihrem Umfeld beobachten…

Wo ist Ihnen bereits eine derartige Eigen- und Fremdgruppendynamik aufgefallen?

 

Dabei haben wir, wenn wir genau hinsehen und nach unterschiedlichen Kriterien schauen eigentlich immer etwas gemeinsam… 

 

…schauen Sie einmal hier: 

 

 

 

 

Unsicherheiten tolerieren und Ungewissheiten akzeptieren – auch im interkulturellen Kontext

Ich sollte mal wieder...

Wieso interkulturelle Kompetenz trainieren? Fachkompetenz und Sprachkenntnisse reichen doch, oder nicht?

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