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Konflikttemperatur I

Was ist die richtige Klimazone für einen Konflikt?

Was soll denn das nun bedeuten?

Was hat denn ein Konflikt mit einer Klimazone zu tun?

 

Bestimmt kennen Sie das, nachdem ein Konflikt schon wieder abgeebbt ist und Sie das Gefühl haben, dass die Beteiligten zwar nicht wirklich miteinander klarkommen, und auch die Themen nicht gelöst sind, dass aber jeder bloß abgeklärt darüber berichtet.

Das Gegenbeispiel ist uns allen bestimmt genauso präsent vor dem inneren Auge: die hitzige Diskussion, die wütenden Bemerkungen bis hin zum verletzten Abrauschen.

In den nächsten beiden Blogartikeln möchte ich mit Ihnen genau diese beiden Klimazonen näher beleuchten.

  • Was passiert eigentlich, wenn ein Konflikt so richtig hoch kocht und „heiß“ ist?
  • Und was sind auf der anderen Seite die Konsequenzen einer sehr kühlen und distanzierten Auseinandersetzung?

 

Also, starten wir doch einfach mal im Süden…

 

Die klimatischen Bedingungen in der Sahara

 

Wenn wir uns einen Konflikt unter den klimatischen Bedingungen der Sahara vorstellen, dann kommen wir zwangsläufig zu einem heißen Konflikt. 

Aber was bedeutet in diesem Zusammenhang „heiß“?

„Heiß“ bezieht sich hier vor allem auf die Intensität der Emotionen, die bei den beteiligten Konfliktpartnern erlebt werden. In diesem Fall wäre also eine Auseinandersetzung in der beide Parteien sehr starke Emotionen verspüren und auch ausdrücken, als Beispiel heranzuziehen.

Ein Konfliktpartner, welcher extremen Ärger erlebt und dieser auch nicht wirklich verfliegt, während der andere im Bunde vielleicht intensive Empörung, Trotz oder gar Wut verspürt.

Um das Ganze bildlich zu veranschaulichen: legen wir also eine Temperaturskala von -50 bis +50 Grad für jegliche Emotionen an, dann würden wir uns in der Klimazone der Sahara wiederfinden, wenn wir für einer der eher als negativ bewerteten Emotionen bei 40 Grad und mehr angelangt sind.

 

Die Aussichten auf eine Lösung bei 40° plus…

 

Nun stellt sich die Frage danach, wie der Verlauf des Konfliktes einzuschätzen ist, wenn sich einer oder beide der Parteien in derartigen Klimazonen befinden.

Wie ergeht es Ihnen persönlich, wenn Sie selbst sehr sauer, extrem enttäuscht oder irgendwie doch furchtbar neidisch sind?

Können Sie in solchen Situationen gute Streitgespräche führen?

Erleben Sie sich als besonders empathisch, verständnisvoll und lösungsbereit?

Ich nehme mal an, dass es Ihnen und mir wie der Mehrheit von uns Menschen geht, dass all dies bei 40° und mehr nicht wirklich funktioniert. Denn wenn diese Art von Emotionen in dieser Intensität vorherrschen, wird mit den Emotionen das physiologische Erregungsniveau gesteigert, welches dafür sorgt, dass die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol ausgeschüttet werden und wir eher zu steinzeitlichen Reaktionsmustern greifen, um dieser unangenehmen Situation möglichst schnell zu entkommen.

Dies führt nicht selten dazu, dass andere mit unüberlegten Äußerungen verbal beleidigt werden oder Dinge gesagt werden, die sich nur schwer zurücknehmen lassen und so einigen Schaden anrichten können.

Ist es lediglich eine Partei, die sich in derartigen emotionalen Klimazonen bewegt, kann die Konsequenz auch darin bestehen, dass sie sich durch ihre emotional geleiteten Bemerkungen selbst verletzbar macht und das eigene Ansehen im Unternehmen schmälert. Denn jemand der sich so unqualifiziert und unsachlich äußert, den braucht man ja bei der nächsten Diskussion (auch wenn er/sie dann fundiert argumentiert) nicht mehr ernstnehmen.

Ein so ausgetragener Konflikt ist natürlich kaum zu übersehen für das Umfeld. Dadurch dass er unmittelbar sichtbar für andere ist, lässt er sich natürlich auch nicht mehr wirklich unter den Teppich kehren und die Wahrscheinlichkeit, dass er  angegangen und  hoffentlich gelöst wird ist höher.

Es gibt allerdings noch einen weiteren Effekt, den diese extreme emotionale Beteiligung mit sich bringt.

Sie kennen bestimmt die Redewendung „blind vor Wut“ zu sein, oder?

Und genau an dieser Darstellung ist auch ganz viel Wahres dran. Das Erleben von extremen negativen Emotionen führt dazu, dass die Sicht auf die unerfüllten dahinterliegenden Bedürfnisse verstellt ist. Heißt: für die betreffende Person ist es sehr schwierig, irgendetwas außer der Wut und der z.B. unfairen Behandlung durch den anderen zu sehen. Worum es ihr eigentlich geht und was ihr Anteil an der Dynamik ist, ist kaum oder nur schwer wahrnehmbar.

Und da die Wut (in diesem Beispiel) so dominant im Vordergrund steht, ist auch ein konstruktiver Dialog oder ein gegenseitiges Verstehen der Sichtweisen deutlich erschwert bis vielleicht auch unmöglich…. zumindest solange bis auf unserer Temperaturskala die Hitze nicht um ein paar Grade abgekühlt ist.

 

Fazit: in der Sahara streitet es sich vielleicht nicht wirklich konstruktiv…

 

 

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