Bildquelle: unsplash/Alexander Harfem Ann

Konflikttemperatur II

Was ist die richtige Klimazone für einen Konflikt?

Was soll denn das nun bedeuten?

Was hat denn ein Konflikt mit einer Klimazone zu tun?

 

Bestimmt kennen Sie das, wenn ein Konflikt schon wieder abgeebbt ist, wenn Sie das Gefühl haben, dass die Beteiligten zwar nicht wirklich miteinander klarkommen, und auch die Themen nicht gelöst sind, dass aber jeder bloß abgeklärt darüber berichtet.

Das Gegenbeispiel ist uns allen bestimmt genauso präsent vor dem inneren Auge: die hitzige Diskussion, die wütenden Bemerkungen bis hin zum verletzten Abrauschen.

In den nächsten beiden Blogartikeln möchte ich mit Ihnen genau diese beiden Klimazonen näher beleuchten.

  • Was passiert eigentlich, wenn ein Konflikt so richtig hoch kocht und „heiß“ ist?
  • Und was sind auf der anderen Seite die Konsequenzen einer sehr kühlen und distanzierten Auseinandersetzung?

 

Im letzten Artikel haben wir uns den Süden angeschaut. Also werfen wir doch dieses Mal einen Blick ins ewige Eis in den Norden…

 

Die klimatischen Bedingungen in der Arktis

 

Der Konflikt in der Arktis entspricht, wie wir uns das wahrscheinlich vorstellen können, eher einem „kalten“ Konflikt.

Äquivalent zu dem heißen Konflikt in der Sahara, bezieht sich hier die Beschreibung „kalt“ ebenfalls auf die Intensität der Emotionen, welche im Konflikt von den Konfliktbeteiligten erlebt werden.  

Nutzen wir auch hier wieder das gleiche Bild wie im letzten Blogartikel: legen wir also eine Temperaturskala von -50 bis +50 Grad für jegliche Emotionen an, dann würden wir uns in der Klimazone der Arktis wiederfinden, wenn wir Konflikte erleben, bei denen die emotionale Beteiligung bei -20 Grad und weniger angelangt sind.

 

Die Aussichten auf eine Lösung bei -20° und noch kälter…

 

Was hat es denn nun für Konsequenzen, wenn wir bei -20° streiten?

Wahrscheinlich ‚streiten‘ wir gar nicht.

Denn typischerweise haben wir zwei Szenarien in dieser Klimazone zu erwarten.

 

Im ersten Szenario findet vielleicht sogar ein Dialog statt (den wir natürlich nicht als Streit bezeichnen – wir streiten ja schließlich nicht ;-) ). Dieser Dialog, der bei zu geringer emotionaler Beteiligung stattfindet, ist jedoch meist sehr distanziert. Es wird in theoretischer Form über den Konflikt referiert und man tauscht sich vermeintlich sachlich und analytisch über die Themen aus. Resultat ist aber auch, dass die beiden Konfliktparteien weder mit sich selbst und den eigenen Bedürfnissen (was genau stört mich an dieser Situation), noch mit dem Gegenüber tatsächlich in Kontakt treten. Am Ende einer derartigen Konfliktbearbeitung stehen nicht selten unpassende Pseudolösungen, da nicht zum Kern des Problems hervorgedrungen wurde.

 

Im zweiten Szenario dieser eisigen Klimazone kommt es erst gar nicht zu einer Auseinandersetzung: der Konflikt wird vermieden, vertagt, relativiert. Da ich ja kein Problem habe und mich auch nicht ÄRGERE – nein! – benötigt es auch keine Klärung. Lieber nutze ich den Weg, alles, was ich mit dem betreffenden Kollegen zu klären habe, auf schriftlichem Wege zu tun – das ist einfach sicherer. Ab und zu lasse ich mal eine zynische Spitze fallen oder bringe eine Seitenbemerkung, aber wenn mich jemand darauf anspricht, kann ich das schnell wieder herunterspielen.

Sprich: Konflikte in diesen klimatischen Bedingungen sind für das Umfeld zwar (manchmal) spürbar, aber sie spielen sich vermehrt verdeckt ab und somit ist es auch schwieriger, die Beteiligten oder den Konfliktpartner, der sich so verhält, zu einer Klärung anzuhalten.

Da also keine wirkliche Notwendigkeit sichtbar wird, das Thema nachhaltig anzugehen, ‚verschleppt‘ sich der Konflikt und wird über einen längeren Zeitraum mitgetragen und erschwert die Arbeitsbeziehungen.

 

Um also sowohl eine Notwendigkeit zur Lösung zu schaffen und auch einen über die Emotionen vermittelten Zugang zu den Bedürfnissen zu erlangen, lohnt es sich vielleicht, die Temperatur um ein paar Grad anzuwärmen.

 

Fazit: in der Arktis ‚diskutiert‘ es sich vielleicht konstruktiv, aber über die Qualität und dem langfristigen Nutzen der Lösung lässt sich dann doch wieder streiten…

 

 

 

 

Konflikttemperatur I - Sahara

Sehnsucht nach Harmonie

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