Die Konsequenzen des ‚Jeins‘…

Über den Preis, des Ja-Sagens, wenn Nein gemeint ist.

 

 

Im letzten Artikel ging es um die Gründe, warum wir in so vielen Situationen eher 'Ja' sagen, obwohl wir eigentlich eher 'Nein' sagen wollen. Heute soll es um die Kosten gehen, die damit einhergehen.

 

Was ist die Konsequenz des ständigen Ja-Sagens?

 

Nachfolgend habe ich die Effekte einmal ein wenig gegliedert in…

  • die Dinge, die wir deswegen zu viel, zu oft, zu stark erleben,
  • die Dinge, die wir deshalb zu wenig, zu selten und zu gering ausüben können,
  • und zuletzt in die langfristigen Auswirkungen.

 

Aber starten wir vorne.

# too much

 

Zu Beginn ist ein schneller Gefallen hier und das Übernehmen einer zusätzlichen Aufgabe dort noch kein Problem und mit ein wenig mehr Engagement leicht zu bewältigen. Aber relativ schnell merken wir, dass ganz viele Zustimmungen dazu führen, dass unser Schreibtisch bis oben hin gefüllt ist und dass vielleicht auch im privaten Bereich zahlreiche Verpflichtungen und Aufgaben zu erledigen sind.

Wir versuchen uns besser zu organisieren, früher aufzustehen, effizienter zu arbeiten…

Und am Ende sind es doch zu viele.

Zu viele Aufgaben.

Würden wir das eher gelassen hinnehmen und eine nach der anderen abarbeiten, wäre dieser Zustand wahrscheinlich noch nicht einmal mehr problematisch.

Aber wie viele Personen kennen Sie, die sich von einem Berg voller unerledigter Tätigkeiten plus Erwartungen anderer nicht aus der Ruhe bringen lassen?

Gelingt es Ihnen?

Die viel typischere Reaktion hierauf ist: Stress.

Zu viel Stress.

Und dieses Erleben von Stress sorgt nicht unbedingt dafür, dass wir schneller, konzentrierter und qualitativ hochwertiger arbeiten können.

Ganz im Gegenteil: Eine überhöhte Anspannung und ein zu viel an Stress sorgt für ein geringeres Leistungsniveau und einen Abbau von Konzentration und Kreativität (vgl. Yerkes-Dodson-Law).

 

 

# too less

 

Und wovon gibt es zu wenig?

Auf einer ganz pragmatischen Art könnte man sagen: die Zeit.

Es bleibt zu wenig Zeit.

Obwohl das streng genommen ja nicht ganz richtig ist. Denn der Tag hatte vorher 24 Stunden und hat auch nachher 24 Stunden. Also hat sich in dem Gesamtumfang der Zeit rein gar nichts geändert. Was sich aber geändert hat, ist die Art und Weise wie wir diese Zeit füllen.

Stellen wir uns nur mal für einen Augenblick vor, diese 24 Stunden wären 24 Steine. Immer wenn ich zu einer Tätigkeit oder zusätzlichen Aufgabe „ja“ sage, dann muss ich die Anzahl an Steinen dafür hergeben, die diese Aufgabe erfordert.

Eine zusätzliche Angebotspräsentation erstellen = 3 Steine.

An 4 Meetings teilnehmen = 5 Steine.

Und so weiter….

Munter leert sich die Tasche mit meinen Steinen.

Und ehe ich mich versehe ist meine Tasche leer.

Kein Stein mehr übrig.

Dabei wollte ich doch eigentlich noch einer guten Freundin einen Stein schenken und eigentlich hätte auch noch gerne 2 oder 3 für mich selbst übrig gehabt…

Daraus wird wohl nichts.

Auch für die Aufgabe, die mir wirklich wichtig ist kann ich maximal einen Stein verwenden, obwohl sie eigentlich mindestens 4 Steine wert ist.

 

Sie sehen, was ich meine…

Bildlich hier dargestellt, leert sich der Haufen der Steine mit jedem Ja, was wir vergeben, und lässt am Ende wenig Raum für die Dinge, die uns wirklich am Herzen liegen und die uns langfristig dahin bringen, wo wir wirklich hingelangen wollen.

Hier geht es auch gar nicht darum, rigoros und ohne Überlegung zu allem und jedem „nein“ zu sagen. Dann wären wir ja lediglich in einer verspäteten Trotzphase. Nein, ich spreche hier vielmehr von der ausbalancierten und gut überlegten Vergabe sowohl von „ja“ als auch von „nein“ (aber dazu im nächsten Artikel mehr).

 

# too late

 

Verknüpfen wir nun die Informationen aus dem letzten Artikel ("Ich hätte 'Nein' sagen sollen...") und die eben gelesenen Aspekte, dann wird Folgendes deutlich: Auf die Frage zur Übernahme erneuter Aufgaben erleben wir eine intensive emotionale Reaktion, noch bevor wir überhaupt etwas antworten.

Diese emotionale Reaktion ist Angst.

Um diese so schnell wie möglich abzubauen, bejahen wir die uns gestellte Frage und erleben also für einen kurzen Moment Erleichterung.

Dieses Verhalten ist also von Nutzen.

Kurzfristig.

Aber wie schaut’s langfristig aus?

Die langfristigen Konsequenzen gehen eher auf das Minuskonto.

Auf unser eigenes.

Denn sie sind ein Mangel an Selbstfürsorge.

Und sie können Namen tragen wie: Dauerstress, Grübeln und nicht mehr Abschalten können, Probleme mit der Gesundheit, ständige Müdigkeit, Schlafprobleme.

 

 

Fangen Sie vielleicht auch einmal an, Bilanz zu ziehen: wie überstrapaziert ist Ihr Konto?

Für was geben Sie die meisten Steine aus?

 

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