Bildquelle: Unsplash - Abigail Keenan

Unsicherheiten tolerieren und Ungewissheiten akzeptieren – auch im interkulturellen Kontext

Das Finanz- und Rechnungswesen gehört für jedes Unternehmen zu den grundlegenden Aufgabenstellungen. Einerseits hat eine Beachtung ordnungsgemäßer und gesetzlicher Bestimmungen gegenüber dem Finanzamt zu erfolgen, anderseits ist für ausreichend Liquidität zu sorgen, durch die erweiterte Handlungsspielräume entstehen. Mit unserer langjährigen Erfahrung in sämtlichen Bereichen des Finanz- und Rechnungswesens sind wir Ihr zuverlässiger Ansprechpartner.

Wäre es nicht schön, zu wissen, was die Zukunft für Perspektiven bereithält?

Was morgen in dem Meeting passiert? Wie sich der Autofahrer vor mir verhält? Was mein Gegenüber zu meiner Meinung sagt und ob mein Projektvorschlag akzeptiert wird?

Wäre es nicht viel einfacher, wenn die Entscheidung für oder gegen ein Projekt glasklar wäre? Und nicht der eine Weg Vor- und Nachteile beinhaltet und der andere Weg genauso mit Pros und Cons besät ist?

 

Ja, vielleicht wäre das kalkulierbarer.

Vielleicht wäre das aber auch langweilig

 

Aber ich will jetzt nicht schon vorgreifen. Lassen Sie uns vorne beginnen. Lassen Sie uns schauen, wie Unsicherheiten überhaupt entstehen und dann weitergehen zu dem, was dieses Gefühl der Unsicherheit bewirkt. Abschließend lade ich Sie ein, den Blick um sich schweifen zu lassen und zu beobachten, wie anders Menschen diese „unsicheren Situationen“ erleben und damit umgehen.

Los geht’s…

 

 

Wie es dazu kommt

 

Besonders wenn es um die kognitive Unsicherheit geht, ließe sich vielleicht eher von Ungewissheit als von Unsicherheit sprechen. Denn hier geht es nicht darum, dass das eigene Leben tatsächlich im Sinne von Sicherheit bedroht wäre. Aber dennoch ist hier eine gewisse Bedrohung zu vermerken – eine Situation ist nicht mehr wirklich kontrollierbar oder vorhersagbar.

Um mit den unterschiedlichen Anforderungen, die das Leben und der Beruf mit sich bringen, gut umzugehen, lohnt sich Vorwissen über die Charakteristika der Situation, in der ich mich befinde. Dies ermöglicht mir, vorher­zusehen, welche Handlungs­optionen bestehen und  welche Konsequenzen zu erwarten sind.

Sprich: Wenn ich weiß, dass ich an einem deutschen Fahrkartenautomaten zu erwarten habe, dass ich normalerweise nach den Personen die bereits anstehen an die Reihe komme, wenn ich mich an das Ende der Schlange stelle, eröffnet mir dies unterschiedliche Handlungsalternativen. Ich könnte mich hinten anstellen, ich könnte laut aussprechen, dass ich in Zeitnot bin und dann vorne an den Schalter gehen oder ich könnte einfach ohne Ankündigung nach vorne treten. Und durch die informellen Regeln, die in unserer Gesellschaft herrschen, hätte ich zumindest mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eine Ahnung, welche Reaktionen ich von Seite der anderen wartenden Personen auf die jeweiligen Handlungen zu erwarten hätte.

 

die verschiedenen Reaktionen

 

Nehmen wir nun aber einmal den Fall, dass es nicht klar ist, welche Handlungsalternativen sich aus einer Situation heraus ergeben und damit auch der Outcome völlig offen ist. 

 

Wie reagieren wir auf solche Situationen?

Welches Gefühl wird ausgelöst?

Welcher Wunsch entsteht in uns?

 

Ja, diese Situationen lösen sehr wahrscheinlich Unsicherheit aus, vielleicht verspüren wir auch Angst und hegen den Wunsch nach Schutz und  Wiedererlangen von Kontrolle. Vielleicht möchte ich auch zusätzliche Informationen gewinnen, um die Ungewissheit inklusive diesem unangenehmen Gefühl zu reduzieren. Oder wir verlassen die Situation und vermeiden so, diesem Zustand weiter ausgesetzt zu sein. Alles möglich. Wir werden im weiteren Verlauf schauen und erfahren, was wir sonst noch so als gesamte Gesellschaft tun, um diesen Zustand abzuwenden.

 

Gibt es noch alternative Handlungsmöglichkeiten? Wie könnte ich noch reagieren?

Ich könnte diese Situation doch auch als Herausforderung ansehen. Es könnte kreative Ideen anregen. Ich könnte ihr mit einem Gefühl der Neugierde begegnen oder auch der Gelassenheit, dass sich bei gegebener Zeit auch zeigen wird, was zu tun ist und was eben daraus resultieren wird…

 

Wären beides mögliche Szenarien, oder?

Aber was ist denn nun das typische Reaktionsmuster?

Wie reagieren Sie normalerweise?

 

 

Persönliche und kulturelle Unterschiede

 

Nicht nur die situativen Faktoren spielen hier eine Rolle. Selbstverständlich ist die Tendenz mit Angst und Unbehagen zu reagieren wahrscheinlicher, wenn das Ausmaß an Unsicherheit, was die Situation vorgibt größer ist und auch die potenziellen negativen Konsequenzen schwerwiegender sind.

Aber das alleine reicht nicht aus, um die unterschiedlichen Verhaltensreaktionen zu erklären.

 

Ihnen ist bestimmt schon selbst aufgefallen, dass manche Menschen konfrontiert mit ein und derselben Unsicherheit sehr unterschiedlich reagieren.

Nehmen wir das Zitat von Benjamin Franklin, in dem er sagt, dass uns nur zwei Dinge im Leben sicher sind: Der Tod und die Steuer.

  • Nun gibt es Menschen, denen dies definitiv nicht ausreichen würde, die in mehreren Bereichen Vorhersagbarkeit benötigen und die dies zutiefst beunruhigen würde. Hier spricht man von einer hohen Ausprägung der Unsicherheitsvermeidung.
  • Andere Personen würden auf dieses Zitat hin vielleicht lediglich mit den Schultern zucken, es hinnehmen und nach der Einstellung leben, dass sie sich mit dem Umgang aller anderen Dinge dann auseinandersetzen werden, wenn dies tatsächlich an der Reihe ist. Hier würden wir eine niedrige Ausprägung der Unsicherheitsvermeidung haben.

Wie wir sehen, scheinen Personen sich hinsichtlich dieser Dimension der Unsicherheitsvermeidung zu unterscheiden.

 

Genauso verhält es sich auch mit ganzen Ländern und Kulturen. Tatsächlich hat ein Kulturwissenschaftler (Geert Hofstede) die Tendenz, Unsicherheiten zu vermeiden als eine von sechs Kulturdimensionen (Machtdistanz, Individualismus vs. Kollektivismus, Maskulinität vs. Femininität, Ungewissheitsvermeidung, Lang- vs. Kurzfristige Ausrichtung, Nachgiebigkeit vs. Beherrschung) identifiziert, hinsichtlich derer sich Länder unterscheiden.

Was passiert nun, wenn auf Länderebene (Bsp.: Griechenland, Portugal, Frankreich) eine hohe Ausprägung dieser Unsicherheitsvermeidung vorliegt?

Ja, wahrscheinlich wird eine Vielzahl an formeller und informeller Regeln etabliert, die helfen sollen, die Unsicherheiten zu reduzieren.

Dagegen sind in Ländern mit einer geringeren Ausprägung auf dieser Skala (Bsp.: Schweden, Niederlande, Großbritannien) weniger Regeln und weniger Strukturen vorzufinden.

 

Interessant ist es nun, einmal über folgendes nachzudenken:

Was passiert nun eigentlich, wenn wir im interkulturellen Kontext einander Begegnen und hier unterschiedliche Ausprägungen aufweisen?

Was wäre zu erwarten?

 

Wieso sollte man interkulturelle Kompetenzen trainieren?

Interkulturelle Teams - Diversity Nutzen

6 Stufen des interkulturellen Lernens

 

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