Bildquelle: Pricilla du Preez

Warum loslassen manchmal so schwierig ist…

Ein Blick aus der Rollenperspektive.

 

 

Vorher noch Mitarbeiter, jetzt Führungskraft.

Gestern noch berufstätig, heute in Rente.

Vormals in Partnerschaft, nun als Single.

Gestern noch Vollzeitmutter, heute Mutter von erwachsenen selbstständigen Kindern.

Damals noch Fussballspieler, jetzt Spaziergänger…

 

Manchmal kommt es ganz schleichend und eigentlich ohne richtige Ankündigung ist auf einmal eine wichtige Phase des Lebens vorbei. Es gilt, ein neues Kapitel aufzuschlagen und das Alte zu schließen.

Manchmal kündigt sich die Veränderung aber schon Monate oder Jahre im Voraus an. Und doch erwischt uns der Moment des Abschieds und des Loslassens kalt und unvorbereitet.

 

Kennen Sie solche Situationen?

Den Moment, wenn Sie nicht nur gedanklich, sondern auch innerlich realisieren, dass sich in Zukunft etwas deutlich ändern wird.

Dies gibt es mit ganz kleinen Veränderungen und mit solchen, wo sich riesige Bereiche in unserem Leben ändern.

 

Was passiert eigentlich, wenn wir Rollen (Link letzte zwei Artikel) hinter uns lassen?

Wenn sich Umstände in unserem Leben verändern und Entscheidungen und Lebenswege dazu führen, dass Rollen, die uns lange Jahre unseres Lebens wie ein treuer Freund begleitet haben und beständig an unserer Seite waren, nun gewollt oder oft auch ungewollt wegfallen oder nur noch ein spärlicher Gast in unserem Leben sind?

Nachfolgend möchte ich gerne mit Ihnen auf zwei Gründe schauen, warum dieses Loslassen von den so gut passenden Rollen häufig so schwierig ist.

 

Gehen ohne Verabschiedung

 

Wenn ich es nicht ausspreche, wird es vielleicht nicht wahr….

Wenn ich einfach mit der nächsten Rolle in die Lücke fülle, dann ist’s vielleicht halb so schlimm…

 

In diesem Fall wenden wir die Taktik des Ignorierens und der fixen Orientierung nach vorne an.  Wir übergehen den Schmerz, den ein Abschied mit sich bringen kann. Wir schauen einfach nicht drauf, sondern orientieren uns bereits nach vorne auf die neue Rolle und die neuen Aufgaben, die da kommen. Das mag sich auch für den Moment nach einer funktionalen Strategie anhören, da sie die traurigen Gefühle umgeht und da sie Aktionismus fordert, was das Vergessen des Alten erleichtert.

 

Nun aber einmal ein Beispiel: Macht es Sinn, ein Buch ¾ zu lesen und dann die letzten Seiten auszusparen und das Nächste zu beginnen? Oder sich nach einer Beziehung unmittelbar in die Nächste zu stürzen? Und die neue Verliebtheit über die Gefühle der Trauer und des Abschiedes zu legen?

 

Eher nicht!

 

Denn diese anfängliche Übermalung mag in der Anfangszeit glücklich machen – ein neues Kapitel, eine neue Geschichte, eine neue Liebe – wie erfreulich!

Jedoch bahnen sich meist die Reste, die eigentlich noch abgeschlossen werden wollen, ihren Weg und fordern ihre Bearbeitung ein.

 

Denken Sie daran: Es war eine Rolle, die Ihnen lange Zeit Ihres Lebens ein guter Begleiter war, von der sie vielleicht einiges gelernt haben, die Ihnen eine gute Zeit geschenkt hat. Sie passt nun vielleicht nicht mehr, ist zu eng, zu weit, zu kurz geworden.

Aber dennoch lohnt der Blick zurück.

Das Einsammeln von Schätzen, das Ziehen einer Bilanz, das Sich-Verabschieden.

Und DANACH geht es um das Ausfüllen der Lücke, die die alte Rolle hinterlassen hat.

 

Im Glanze der Vergangenheit

 

Geh‘ bitte nicht!

Ich halte fest, möchte nicht loslassen. Weiß, dass ich behalten will, was war, dass sich bitte nichts ändert.

 

Auch dieses Verhalten ist sehr nachzuvollziehen. Hier möchten wir nicht loslassen. Wir kennen die alte Rolle in und auswendig. Wissen wie wir uns verhalten müssen, wenn wir sie innehaben, welche Tätigkeiten damit einhergehen. Schlichtweg – sie ist unglaublich gemütlich und sicher!

 

Vielleicht ist es wie einen guten Freund, der uns blind versteht, verabschieden oder unser Lieblingskleidungsstück, das wie eine zweite Haut sitzt, abgeben zu müssen.

 

Befinden wir uns in einem derartigen Szenario wieder, sind zwei Aspekte sehr typisch:

  • Wir glorifizieren die positiven Aspekte der alten Rolle und lassen die negativen Aspekte unter den Tisch fallen.
  • Wir verfangen uns in der „Warum“-Schleife, in der wir uns immer wieder die Frage stellen, warum diese Veränderung, dieser Abschied nötig ist. Leider gibt es nur in wenigen Fällen eine Erklärung, die uns innerlich wirklich zufriedenstellt. Nicht selten handelt es sich bei derartigen Rollenwechseln um Rollenveränderungen, die nicht selbstgewählt sondern durch Umstände vorgegeben sind.

In einer derartigen Situation, ist es nicht selten so, dass der Fokus sehr stark auf der Vergangenheit liegt und dass im Gegensatz zu dem ersten beschriebenen Beispiel die neue Rolle noch gar nicht richtig ins Blickfeld genommen wurde. Hier ist vielleicht auch bislang nur ein diffuses und unkonkretes Bild vorhanden. In Richtung Zukunft wird eher ein ängstlicher sorgenvoller Blick geworfen, denn es ist gar nicht klar, was eigentlich kommen wird. Oder in Bezug auf die zukünftige Rolle wird genau das gegenteilige Bewertungsschema wie für die alte Rolle vorgenommen: Die positiven Aspekte werden negiert und heruntergespielt, während die negativen Aspekte vergrößert wahrgenommen werden.

 

Hier lohnt es sich, einen Schritt zurückzutreten.

 

Objektiv auf die alte und auf die potenziellen neuen Rollen zu schauen und die positiven wie die negativen Aspekte zu visualisieren. Es macht viel aus, dies einmal schwarz auf weiß vor sich zu sehen und darüber in eine neue Bewertung der Situation zu gelangen.

Auch ist es wichtig und alles andere als lächerlich, dem Abschied von einer lange präsenten und wunderbaren Rolle ein wenig Zeit einzuräumen und sich dabei auch zu erlauben, über gewisse Verluste traurig zu sein.

Dabei kann ich sowohl um den Verlust privater Rollen wie z.B. der Partnerrolle trauern oder aber auch um berufliche Rollen. So kann beispielsweise der Wechsel vom Mitarbeiter zur Führungskraft von vielen positiv besetzten Aspekten (wie z.B. der Förderung der eigenen Karriere) begleitet werden. Und dennoch kann ich der alten Rolle nachtrauern. Das Gemeinschaftsgefühl mit meinen Kollegen und der gute Austausch können mir fehlen. Das ist legitim und empfehlenswert auch auf diese Aspekte einen genaueren Blick zu werfen.

 

 

Denn ein Abschied bleibt ein Abschied.

Ihn zu vermeiden ist aber leider keine Option.

Denn ein Abschied ist immer auch eine Chance, sich die gemeinsame Zeit zu vergegenwärtigen, Lernerfahrungen zu bewahren und schöne Erinnerungen zu konservieren.

mit einem guten Gefühl das Kapitel zu schließen, um ohne Altlasten ein neues zu beginnen.

 

Eine gute Zeit

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